Als Verein mit zwei prägnanten Etappen, so stellt sich die Geschichte des Schützenvereins Aue, einem kleinen Verein des Wanfrieder Stadtteils, dar.
Vom Gründungsjahr 1927 bis zur Machtübernahme Hitlers im Aufwind begriffen, sorgten politische Verhältnisse und Kriegswirren für ein Erliegen des Vereinslebens über rund 20 Jahre hinweg, erst 1959 wurde der Schießsport in Aue wieder ins Leben gerufen.
Im Frühjahr 1927 trafen sich auf Anregung des Elektromeisters Konrad Sieland schießsportinteressierte Bürger aus Aue in der Gastwirtschaft Karl Schuchardt zur Gründung eines Kleinkaliber-Schützenvereins. Diese wählten aus ihren Reihen Willi Kahlfeldt als ersten Vorsitzenden, Adolf Viehl als Schießwart und Georg Schäfer als Schriftführer und Kassenwart. Auf einem von H. Elmar von Eschwege kostenlos zur Verfügung gestellten Grundstück im Hospitalgraben (auch Spetelsgraben genannt), wurde in Eigenleistung ein Schießstand mit einer Schutzhütte errichtet.

Das Foto zeigt in der hinteren Reihe stehend von links nach rechts: Edmund Decke, Wilhelm Schuchardt, August Jung, August Scharf, Willi Kahlfeldt, Walter Osborn, Adolf Mauer, Georg Schäfer, Karl Sauer, Wilhelm Ziese (mit Schußloch-Anzeiger) und Oskar Köditz (mit Signalfahne).
In der vorderen Reihe stehend von links: Adam Fey (mit Schützenscheibe „Ente“), Gustav Stück, Erich Schuchardt
Vorn knieend: Wilhelm Schuchardt (mit Schützenscheibe „Fasan“), Wilhelm Roth (mit zwei Signalfahnen), Heinrich Jung (mit Gewehr), Heinrich Volland (mit Schützenscheibe „Rehbock“) und Paul Volland (ganz rechts liegend)

Von nun an trafen sich jeden Sonntagmorgen die Schützenbrüder um dort den Schießsport und die Geselligkeit zu pflegen. Geschossen wurde auf 12er-Ringscheibe aus 50 Metern Entfernung. Alljährlich wurde ein Königsschießen mit anschließendem Wildbretessen durchgeführt. Zu Beginn der 30er-Jahre erhielt der Schießbetrieb besondere Impulse. Landwirt Willi Zeuch stellte dem Verein einen selbstgebauten Schützenvogel zur Verfügung, der dann alljährlich zur Ermittlung des Schützenkönigs abgeschossen wurde.
Bedingt durch die bereits erwähnten politischen Verhältnisse und die Kriegswirren musste Ende der 30er-Jahre der sportliche Schießbetrieb innerhalb des Vereins eingestellt werden. Nach 1945 waren das Schießsportgelände im Hospitalgraben zerstört und die Gewehre nicht mehr vorhanden.
Es dauerte bis zum 26.03.1959, ehe sich erneut 15 schießsportinteressierte Dorfbewohner in Gegenwart von drei Vorstandsmitgliedern des Schützenkreises 7 in der Gastwirtschaft Scharf zusammenfanden, um den Schießsport in Aue wieder aufleben zu lassen. Bei der Zusammenkunft wurde Adolf Mauer zum 1. Vorsitzenden, Kurt Sauer zum 2. Vorsitzenden, Georg Schäfer zum Kassenwart und Gerd Gress und Heinz Mauer zu Schießwarten gewählt. Da mittlerweile die Auflagen für das Schießen mit der scharfen Waffe strenger wurden und die Anschaffung neuer Waffen sehr teuer war, entschloss man sich, nur noch den Schießsport mit der Luftdruckwaffe auszuüben.
Von diesem Zeitpunkt an wurde einmal wöchentlich unter primitiven Verhältnissen auf zwei Luftgewehrständen im Saal der Gastwirtschaft Scharf ein Übungsschießen durchgeführt. Die Ziele des Vereins waren auch damals schon, das Sportschießen unter Wettkampfbedingungen auszuüben und die Pflege des geselligen Vereinslebens unter Einbeziehung der Bevölkerung aus Aue.
Durch sportliche Vergleichswettkämpfe fand der Verein schnell gute und freundschaftliche Kontakte zu anderen Schützenvereinen des Kreises. Als das sportliche Rundenwettkampfschießen begann, wurden die Schießanlagen erweitert und verbessert.
Als im Jahre 1965 der bisherige 1. Vorsitzende Adolf Mauer aus Altersgründen zurücktrat, wurde Albrecht Kanngießer zum neuen Vorsitzenden gewählt.
Im Jahre 1970 erfuhr das Vereinsleben durch das, bereits in den 30er-Jahren durchgeführte, Königsschießen auf den Schützenvogel eine wesentliche Bereicherung. Diesen Gedanken und den Entwurf des Schützenvogels verdankt der Verein dem Schützenbruder Fritz Sieland aus Wanfried. Die Fertigung des Schützenvogels wird seitdem durch Mitglieder des Vereins vorgenommen.
Vom 11. – 13.06.1977 konnte der Schützenverein Aue sein 50jähriges Bestehen feiern. Höhepunkte des Jubiläums waren die Fahnenweihe im Festzelt, die Ehrung der Gründungsmitglieder sowie der große Festzug durch die Straßen von Aue.
Zum Königsschießen im Jubiläumsjahr entstand dann auch die Idee zur Gründung einer Jugendabteilung, als sich mehrere Jugendliche für das Schießen mit dem Luftgewehr interessierten. Im Jahr 1978 entschloß sich dann der Verein, nachdem bereits an mehreren Tagen Übungsschießen durchgeführt wurden, zur Gründung einer Jugendabteilung. Zum ersten Jugendwart wurde Gerhard Noll gewählt. Zu den ersten Jungschützen in 1978 gehörten Martin Künnecke, Thomas Sauer, Karsten Quentel, Volker Kanngießer und Andreas Schmitt. Bereits sechs Jahre später zählte die Jugendabteilung des Schützenvereins stolze 21 Jugendliche. Die jetzt regelmäßig stattfindenden Trainingsabende waren immer gut besucht, und schon bald stellten sich auch erste Erfolge ein. So konnten die Jungschützen bei den Rundenwettkämpfen, Kreismeisterschaften, Jahrgangsbestenschießen, Kreisauswahlschießen sowie bei Pokal- und Freundschaftsschießen immer vordere Plätze belegen. Doch nicht nur der Schießsport ist seit Gründung der Jugendabteilung Bestandteil der Jugendarbeit, daneben hat auch die Geselligkeit ihren festen Platz, werden regelmäßig Fahrradtouren, Wanderungen und Besichtigungen unternommen, das Sektschießen am Jahresende, Tannenbaum- und Hasenkönigschießen tragen immer zur Abwechslung bei.




























Am 09.12.1978, nur ein Jahr nach dem Vereinsjubiläum, konnte der Verein durch den Bau der Turnhalle, den neuen Schießstand mit sechs, zu diesem Zeitpunkt, modernen Schießbahnen in Betrieb nehmen.
Der Schießstand sowie der dazugehörige Aufenthaltsraum wurden durch erhebliche Eigenleistungen der Vereinsmitglieder ausgebaut. Damit hatten die alten, noch mit Handkurbel zu bedienenden Schießstände, die vor jedem Trainings- und Wettkampfschießen erst im Saal der Gastwirtschaft Scharf aufgebaut werden mussten, ausgedient.
Die gute Arbeit des Vereins blieb dann auch dem Schützenkreis Eschwege nicht verborgen, so wurden bereits in 1980 die Kreismeisterschaften mit den Luftdruckwaffen für Schüler, Jugend und Junioren auf den neuen Ständen in Aue ausgetragen. Ab dem Jahre 1983 fanden dann bis ins Jahr 2000 die Kreismeisterschaften mit den Luftdruckwaffen für alle Klassen auf insgesamt 30 Ständen in der Turnhalle in Aue statt.
Im Jahre 1988 gab dann nach insgesamt 23 Jahren als Vorsitzender, Albrecht Kanngießer sein Amt ab, zum neuen Vorsitzenden wurde Manfred Halt gewählt, der wiederum nach 12 Jahren als Vorsitzender im Jahre 2000 von Manfred Grimm abgelöst wurde.

 

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